Brausestäbchen mit Highspeed: Sadex vereint Tradition und Moderne

Digitale Vorreiter

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Datum 17.10.2019
Lesezeit 5 Min.

Brausestäbchen mit Highspeed: Sadex vereint Tradition und Moderne

Eine Kult-Süßware in der digitalen Ära: Seit fast 70 Jahren haben Sadex-Brausestäbchen ihren festen Platz in Deutschlands Süßwaren-Regalen. Das Geheimnis? Hinter den Traditions-Stäbchen stecken zukunftsorientierte Unternehmensführung – und Highspeed-Internet.

Zu Gast im Sadex-Werk in Winnenden (bei Stuttgart): Kaum im kleinen Produktionswerk angekommen, betäubt ein intensiver Geruch alle Sinne. Es duftet nach süß-saurer Himbeere, nach Apfel und Zitrone, aber auch nach Kindheit und Nostalgie. Schwere Metallpressen formen hier Brausepulver zu zuckersüßen Drops, etwa in Herz-, Taler- oder Bärchenform. Das berühmteste Format ist jedoch das Brausestäbchen – ein echter Superlativ, denn es ist das längste der Welt. Wieviel Digitalisierung hinter ihrer Fertigung steckt, fällt beim Anblick der alten Maschinen gar nicht auf.

 


Sadex in Winnenden: 400 verschiedene Zuckerartikel und 1,5 Tonnen Brause täglich

Etwa 1,5 Tonnen der bunten Brause verlassen das schwäbische Werk täglich. Überwacht und gesteuert wird die Produktion allerdings rund 350 Kilometer weiter nordwestlich in der Top-Sweets-Zentrale in Nordkirchen bei Münster. „Von dort aus entwickeln, produzieren und vertreiben wir insgesamt 400 Zuckerartikel“, so Geschäftsführer Dennis Schreinemacher bei seinem Rundgang durchs Werk. „Während wir unsere Brausestäbchen in Eigenproduktion fertigen, geben wir Kaugummis, Bonbons oder etwa Lutscher mit Augmented-Reality-Technologie bei externen Produzenten in Auftrag.“

Dank schneller Internetverbindung ist räumliche Distanz zu den Produktionsstätten für den Top-Sweets-Chef kein Hindernis mehr: „Unsere Server, Warenwirtschaftssysteme, sämtliche Prozesskontrollen laufen per Standleitung über unseren zentralen Standort. Alle Daten können aber auch gleichzeitig in Echtzeit von anderen Produktionsstätten abgerufen werden.“

 

„Die großen Handelsunternehmen werden auch immer zentralisierter. Da wollen wir als mittelständischer Betrieb mithalten.“
Top-Sweets-Chef Dennis Schreinemacher

 

Zurück in Winnenden erzählt Produktionsleiter Holger Loch von seinen ersten Erinnerungen im Brausewerk: „Ich bin mit den Stäbchen aufgewachsen. Schon als kleiner Bube habe ich mir hier und da eins vom Band stibitzt.“ Seither habe sich am Produktionsapparat quasi nichts verändert, so der 57-jährige. Damals wie heute beginnt alles mit der Anlieferung von handelsüblichem Zucker in großen Silos.

Zunächst mahlt eine Mühle den Zucker auf Puderzuckerniveau. In Mischgeräten werden Farbstoff, Natron, Weinsäure, Magnesium und Maisstärke hinzugefügt. Ein Gelatine-Zusatz sorgt dafür, dass sich die Stäbchen überhaupt erst zerkauen lassen. Gepresst wird dann unter vier Tonnen Druck mit Exzenter-Pressen, die ursprünglich für Arznei-Tabletten konzipiert wurden. Fast vollautomatisch, mit etwas Hilfe von Menschenhand, gelangt die Brause in ihre sogenannten „Häuschen“. Soweit zum traditionellen Teil. Wohin dann welche Palette transportiert wird, gibt heute das digitale Warenwirtschaftssystem aus Nordkirchen vor.

 

5 Fakten zum Internetausbau in Nordkirchen

  • Flächendeckende Internetversorgung in der Gemeinde
  • Etwa 10.000 Haushalte surfen inzwischen mit HighSpeed
  • Hochwertiges Fibre-to-the-Building: Glasfaser bis ins Gebäude
  • Zugang zum leistungsfähigsten Breitbandnetz in Europa
  • 630 Kilometer Glasfaserkabel auf 178 Kilometer Trasse

HighSpeed statt Whitespot – Internetausbau auf dem Land

Je digitaler die Prozesse mit der Zeit wurden, desto notwendiger wurde auch eine verlässliche Datenverbindung. Das war in Nordkirchen bis vor kurzem noch ein echtes Problem: Bis 2017 gehörte die Gemeinde zu Deutschlands sogenannten „Whitespots“. Gemeint sind eher ländlich geprägte Gegenden, in denen Bewohner und Unternehmer nur schlechten Internetzugang haben. Wegen der langen Leitungen und geringen Abnehmerzahlen lohnte sich der Breitband-Ausbau hier für viele Internetanbieter nicht.

Schreinemacher erinnert sich: „Die Internet-Situation bei uns in Nordkirchen war katastrophal. Wir hatten bis zu sieben DSL-Leitungen mit je 16 Megabit pro Sekunde. Oft konnten unsere 25 Vertriebsmitarbeiter unterwegs keine Daten oder E-Mails abrufen. Im Büro waren Webseiten nicht mehr verfügbar, wenn gleichzeitig eine Datenübertragung lief.“ Schließlich hat Unitymedia (heute Vodafone) etwa 12 Millionen Euro in den Ausbau der Glasfasernetze in der Region investiert. Seither surfen Bewohner und Unternehmen wie Top Sweets mit Hochgeschwindigkeit. Dank der Netzmodernisierung stehen bis zu 400 Megabit pro Sekunde oder mehr im Download zur Verfügung.

Manuel Lachmann erinnert sich an Internet-Szenarien wie die des Top-Sweets-Chefs. Vor dem Glasfaserausbau in Nordkirchen und Ascheberg kam teilweise nur ein Megabit aus der Leitung – manchmal auch einfach gar nichts. Für Unternehmen sind solche Zustände nicht tragbar. Der Wirtschaftsförderer erklärt: „Meine Aufgabe ist es, in den Gemeinden gute Wirtschaftsbedingungen zu sichern. Und da ist die Bandbreite einfach zum entscheidenden Kriterium avanciert.“

Eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik im Auftrag der KfW-Bank belegt: Zugang zu leistungsstarkem Breitband ist der wichtigste Standortfaktor der Zukunft, schnelles Internet der Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit ganzer Regionen. Kaum waren die ersten 500 Haushalte angeschlossen, bemerkte Lachmann bereits, wie die Anfragen von Unternehmen stiegen. „Gerade junge Start-ups zeigen nun Interesse. Für sie sind unsere Gemeinden eine tolle Alternative zur Stadt. Die Mieten sind sehr viel günstiger als etwa in Münster.“ Fruchtbarer Boden für Gründer also.

 

Video: YouTube / Vodafone Deutschland

 

Von Winnenden aus in die Welt

Zurück in Winnenden. Dennis Schreinemacher verabschiedet sich von Produktionsleiter Loch und macht sich auf den Rückweg nach Nordkirchen. Das Fazit des heutigen Besuchs: Die Produktion läuft, das Geschäft auch. Wo die Reise mal hingehen soll? Der Geschäftsführer: „Ich möchte unser Exportgeschäft noch weiter ausbauen, sodass man unsere Produkte auch im Ausland kennt und wertschätzt.“ Ein sympathisches Vorhaben, immerhin handelt er mit der süßesten Sache der Welt.

 

Das Interview wurde ursprünglich von Unitymedia geführt. Unitymedia gehört seit 2019 zum Vodafone-Konzern.

 

Kennen Sie die beliebten Sadex-Brausestäbchen noch aus Ihrer Kindheit? Oder greifen Sie eventuell heute noch zu? Welche Rolle schreibt Ihr Unternehmen dem Thema Highspeed-Internet zu? Wir sind gespannt auf Ihren Kommentar.

 


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