Personal Branding: Erfolgreiche Selbstvermarktung

Digitale Vorreiter

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Datum 14.04.2020
Lesezeit 6 Min.

Personal Branding: Erfolgreiche Selbstvermarktung

Der Schlüssel zu erfolgreichen Verkäufen liegt in der Persönlichkeit des Verkäufers: Daran hat sich auch in unserer zunehmend digitalisierten Welt nichts geändert. Doch wie funktioniert die digitale Transformation im Hinblick auf Persönlichkeit? Wie wirken Sie charismatisch zwischen Bits, Bytes und YouTube? Wir erklären die Grundzüge von Personal Branding und geben Ihnen praktische Beispiele. 


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Jeder ist auch ein „Verkäufer“, selbst wenn Ihr Jobtitel nicht Sales Manager oder ähnlich lautet. Sie „verkaufen“ zumindest sich selbst und Ihre Fähigkeiten auf dem Arbeitsmarkt, oder Ihre Leistungen innerhalb Ihrer Organisation, um Ihre Karriere voranzutreiben. Als Unternehmer oder leitender Mitarbeiter stehen Sie stellvertretend für die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft Ihres Unternehmens im Blickpunkt – auch das ist eine Art „Verkaufsaufgabe“. Gutes Personal Branding, also eine erfolgreiche Selbstvermarktung, kann Ihr Unternehmen und auch Sie persönlich erfolgreicher machen. 

Denn: Sofern ein Produkt oder eine angebotene Dienstleistung grundsätzlich marktfähig ist – es ist also benutzbar und es gibt einen Bedarf dafür – kommen andere Faktoren hinzu, die über Erfolg oder Misserfolg auf dem Markt entscheiden. 

 

Personal Branding: Das steckt hinter dem Begriff

Die Formulierung „Personal Branding“ wurde erstmals 1997 vom Management-Coach Tom Peters benutzt, ebenso wie „Brand You“, was etwa „Marken-Ich“ bedeutet. Er beschäftigte sich damals als einer der ersten mit der Frage, wie man sich selbst anderen gegenüber präsentiert und vermarktet. Der populäre Begriff lässt sich mit dieser losen Beschreibung recht gut umreißen: Personal Branding betrachtet eine Person wie eine Marke. Eigenschaften, Kompetenzen und individuelle Anliegen werden mittels Personal Branding wahrnehmbar gemacht. 

Als Tom Peters den Begriff Ende der Neunziger Jahre im prä-digitalen Zeitalter prägte, ging es noch vorrangig um persönliche Kontakte: In Zeiten von sozialen Medien und leistungsstarken Suchmaschinen ist Personal Branding einfacher, aber auch wichtiger denn je. Vergessen Sie nie, dass Sie bei fast allen Aktivitäten Spuren im Netz hinterlassen. Diese Spuren können für oder gegen Sie wirken.

Als Arbeitnehmer oder Selbständiger ist es wichtig, Ihre künftigen Arbeit- oder Auftraggeber von Ihrer Qualifikation für angestrebte Aufgaben zu überzeugen. Dazu kann ein gutes Personal Branding beitragen. Es bedeutet nämlich auch, dass Sie im Zusammenhang mit Ihrem Fachgebiet gefunden und für kompetent gehalten werden. Sie können sich als Experte/in positionieren und bei den richtigen Ansprechpartnern ins Gespräch bringen. 

Auch als Unternehmer/in ist Personal Branding ein gutes Instrument, damit Sie und Ihr Business bei potentiellen Geschäftspartnern und Kunden ins sogenannte „relevant set“ kommen: Sorgen Sie dafür, dass man dank Ihrer Reputation als erstes an Ihr Unternehmen denkt, wenn es um ein neues Projekt geht.

 

Symbolbild mit drei Stühlen

Personal Branding bringt Sie in Position: Mit guter Selbstvermarktung geben Sie Ihrer Karriere und Ihrem Unternehmen einen Schub.

 

Der Weg zum Marken-Ich

Die Digitalisierung der Persönlichkeit ist inzwischen für jeden relevant. Hieß es früher „Es geht nicht darum, was du weißt, sondern wen du kennst“, so gilt heute die Devise „Es geht nicht darum, wen du kennst, sondern darum, wer dich kennt und was er über dich glaubt zu wissen.“ 

Auf dem Weg zum „Brand You“, also zu Ihnen als Marke, beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme und Selbstreflexion. In diese Vorüberlegungen gehören unter anderem diese Punkte: 

  • Fähigkeiten und Qualifikationen: Welche Voraussetzungen – Studium, Berufsausbildung, Praktika – bringen Sie mit? Nehmen Sie Ihren eigenen Lebenslauf einmal kritisch zur Hand. Welche formalen Qualifikationen haben Sie? Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt, und gibt es dazu Nachweise? Haben Sie Vorträge gehalten, die sich veröffentlichen lassen, oder haben Sie Bücher und wissenschaftliche Studien verfasst? Haben Sie Auszeichnungen oder Zertifikate bekommen? 
  • Ziele: Was möchten Sie erreichen? Passen Ihre Fähigkeiten dazu? Tun Sie die richtigen Dinge, um diese Ziele zu erreichen? Haben Sie Fortbildungen absolviert, Konferenzen besucht und sich mit Gleichgesinnten vernetzt? 
  • Zielgruppe: Wer soll auf Sie aufmerksam werden und an Ihre Kompetenzen glauben? Mit wem möchten Sie ins Gespräch kommen und warum? Was sollen diese potenziellen Gesprächspartner idealerweise über Sie denken? Wofür interessieren sich diese Menschen ansonsten? Welche Medien (beispielsweise Videos, Podcasts, Texte) konsumiert Ihre Zielgruppe? 
  • Ihre „Keywords“: Mit welchen Schlagworten würden Sie jemanden wie sich selbst suchen und eingrenzen?

Nicht zuletzt gehört auch eine Negativ-Betrachtung dazu: Was soll man nicht über Sie denken? Gibt es Dinge, die nicht über Sie bekannt sein sollten? Die einfachste Übung dazu: Geben Sie Ihren Namen in eine Suchmaschine ein und prüfen Sie die Ergebnisse. Ist etwas dabei, was Sie persönlich betrifft und Ihnen unangenehm ist? Dann überlegen Sie, ob sich das Suchergebnis beseitigen lässt, etwa durch eine veränderte Privatsphäre-Einstellung in sozialen Medien oder durch das einfache Löschen des betreffenden Inhalts.

 

Die nächsten Schritte im Personal Branding

Für Ihr gezieltes Personal Branding brauchen Sie geeignete Plattformen: Business Netzwerke wie LinkedIn oder Xing, eigene Webseiten, Blogs und soziale Medien. Bei der Auswahl sollten Sie sich an Ihrer Zielgruppe und den formulierten Zielen orientieren: Wo ist Ihre Zielgruppe aktiv? Auch die gewählten Plattformen selbst spielen eine Rolle dabei, wie Ihr persönlicher Markenaufbau wirkt.

Für welche Medien Sie sich entscheiden sollten, hängt von Ihnen und Ihren persönlichen Umständen ab. Die Grundregeln für Ihr Personal Branding auf jeglicher öffentlichen Plattform sind jedoch immer ähnlich:

  • Ihr Profil: Ein geschäftlicher Auftritt sollte die wichtigsten Eckdaten zu Ihnen und Ihrem Werdegang enthalten. Schauen Sie sich in Ihrem Umfeld oder auf dem gewählten Portal um und orientieren Sie sich an Profilen, die Sie selbst als gelungen und seriös wahrnehmen.
  • Ein sympathisches Foto: Investieren Sie in professionell aufgenommene Fotos. Sie brauchen kein Model sein, um auf einem Porträtfoto offen und vertrauenswürdig zu wirken. 
  • Tragfähige Kontakte: Beginnen Sie, Ihr Netzwerk mit bestehenden persönlichen Kontakten aufzubauen. Studienfreunde, ehemalige Kollegen, Vorgesetzte und Kunden – Menschen, die Ihnen bereits begegnet sind, bilden die Basis für Ihr Personal Branding. Es geht dabei um eine Art Empfehlungsmarketing für Ihre Persönlichkeit. Bedenken Sie das bei der Auswahl Ihrer Kontakte und vernetzen Sie sich mit Menschen, die Ihnen wohlgesonnen sind.
  • Aktivitäten: Ihr Aufbau als Marke beginnt mit Aktion und Reaktion. Je nach gewähltem Netzwerk publizieren Sie selbst, kommentieren Sie die Beiträge anderer, stellen Sie Fragen! Analysieren Sie besonders die Beiträge, die viele Reaktionen hervorrufen und lernen Sie daraus für Ihre nächsten Aktivitäten. 

Der letzte Punkt ist dabei langfristig wichtig: Denn mit allem, was Sie tun, positionieren Sie sich und bringen sich in Erinnerung. Machen Sie sich zwischendurch immer wieder bewusst, welche Erkenntnisse Sie in Ihren Vorüberlegungen gewonnen haben. Äußern Sie sich mit Bedacht, bleiben Sie authentisch und behalten Sie Ihre Ziele im Auge.

 

Bekannte Corporate Influencer setzen auf Personal Branding

Das Personal Branding von Unternehmern oder wichtigen Schlüsselfiguren in Unternehmen lässt sich auch mit „Corporate Influencer“ übersetzen: Sie werden zu Influencern im Sinne ihres Unternehmens. Klassische Influencer in den sozialen Medien erwirtschaften über die Medienpräsenz ihr Einkommen; Corporate Influencer dagegen „erwirtschaften“ kein direktes Einkommen. Ihre Währung sind eine gute Reputation und idealerweise neue Aufträge oder Projekte für ihr Unternehmen.

Ein sehr bekanntes Beispiel ist etwa Richard Branson, der illustre Gründer der Virgin Unternehmensgruppe – er hat es ohne Schulabschluss zu einem geschätzten Vermögen von vier Milliarden US-Dollar gebracht. Als Selfmademan und Abenteurer steht er wie kaum ein anderer für Innovation und Aufbruch. Branson ist in Wirtschaftsmedien wie auch in der Regenbogenpresse immer wieder präsent und hat ganz „nebenbei“ ein erfolgreiches Wirtschaftsimperium aufgebaut. 

Weniger aufsehenerregende Beispiele finden sich etwa im Umfeld von Technik-Anbietern, wo sich Produkt- und Marketingmanager als Corporate Influencer hervortun. Sie diskutieren in Anwenderforen, beantworten Fragen selbst, anstatt auf anonyme Servicecenter oder FAQ-Webseiten zu verweisen: Das Personal Branding des Einzelnen trägt zu einer guten Reputation von Unternehmen und idealerweise zu Wiederholungskäufen bei. Denn: „Menschen kaufen Emotionen“, sagt die österreichische Unternehmensberaterin Ingrid Gerstbach. „Sie können sich leichter mit anderen Menschen als mit Unternehmen identifizieren. Wir folgen zum Beispiel bei einer Kaufentscheidung dem Rat von Menschen, die uns das Gefühl geben, dass sie uns verstehen, weil sie uns ähnlich sind.“

 

Das Thema Personal Branding ist für Sie von aktueller Bedeutung? In der Vodafone Podcast-Reihe „Digitale Vorreiter“ gibt Celine Flores Willers Einblicke in ihre Erfahrungen mit Personal Branding und Corporate Influencing: Sie erzählt von ihren Anfängen in der Unternehmensberatung und wie sie durch LinkedIn auf sich als Moderatorin aufmerksam gemacht hat. Willers hat auf LinkedIn eine Followerzahl im 10k-Bereich und ist innerhalb weniger Monate zu einer der „LinkedIn Top Voices 2019“ avanciert.

 

Betrachten Sie sich selbst als „Marke“? Wie konsequent verfolgen Sie Ihre digitale Reputation? Wir sind gespannt auf Ihre Eindrücke aus der Praxis. 

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