Wie 5G die Zukunft der Landwirtschaft beeinflusst

Digitale Vorreiter

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Datum 26.04.2019
Lesezeit 3 Min.

Wie 5G die Zukunft der Landwirtschaft beeinflusst

Von Nell Lewis, Max Burnell und Angelica Pursley, CNN Business

 

(CNN Business) Durch das 5G-Mobilfunknetz dürften zahlreiche Industriezweige künftig enorme Veränderungen erleben – darunter auch der älteste Wirtschaftssektor weltweit: die Landwirtschaft. 5G-Netzwerke der kommenden Generation können bis zu 100-mal schneller arbeiten als Netze, die auf 4G-Technologie basieren. Nicht nur die Kommunikation zwischen Endgeräten und Servern wird dadurch erheblich zügiger: Darüber hinaus kann 5G sehr viel mehr Daten übertragen als andere, bislang verbreitete Netzwerkarten.

Damit ist die neue Netzwerktechnologie ideal für die Informationsübertragung von dezentralen Sensoren und von Drohnendaten geeignet – wichtige Hilfsmittel, die aktuell von Landwirten ausgiebig getestet werden. 5G erleichtert somit insbesondere die Automatisierung landwirtschaftlicher Standardprozesse wie Feldpflege, Anbau und Ernte, leistet aber auch in der Tierhaltung und beim Thema Gewässerüberwachung wertvolle Dienste.

In den Niederlanden beispielsweise werden Drohnen unter Verwendung von 5G schon jetzt zur Verbesserung des Kartoffelanbaus eingesetzt. In Japan wiederum werden schon seit einiger Zeit 5G-Sensoren genutzt, um die Wassertemperatur und Salzkonzentrationen auf Austernfarmen zu überwachen. Doch das neue Mobilfunknetz kann noch mehr:

 

5G-Halsbänder überwachen fortlaufend die Tiergesundheit

Die britische Initiative 5G RuralFirst führte im März eine Smartphone-App namens Me+Moo ein. Landwirte können damit eine „vernetzte“ Kuh beobachten und erhalten täglich aktuelle Informationen über Gesundheit und Verhalten des Tieres. Das System wird aktuell an Kühen im Agri-Epi Center in Somerset, England, getestet. Finanziert wird es dabei anteilig durch Subventionen der britischen Regierung und mit Unterstützung durch den US-amerikanischen Technologiekonzern Cisco (CSCO).

Die Kühe erhalten von den Landwirten Halsbänder, die via 5G mit einer cloudbasierten App verbunden werden und dann fortlaufend die Gesundheit und das Verhalten der Tiere überwachen. Die darüber an die App übermittelten Daten decken alles vom Futterbedarf bis hin zur Schlafqualität der Tiere ab. Landwirte können diese Informationen ohne merkliche Verzögerungen jederzeit einsehen und bei Bedarf an den zuständigen Tierarzt oder den Futtermittellieferanten weitergeben.

„Die 5G-Halsbänder sorgen für die jederzeitige Gewissheit, dass die Kühe zufrieden und gesund sind und sich normal verhalten. Außerdem erhalten wir so frühzeitig Hinweise, falls einzelne Tiere krank sind, trächtig werden oder einen außerplanmäßigen Gesundheitscheck brauchen“, erklärt Projektmanager Duncan Forbes.

 

Wie 5G das Leben auch für den Menschen verbessern kann

Überzeugte Befürworter der 5G-Technologie argumentieren, dass landwirtschaftliche Betriebe oft großflächig angelegt und dementsprechend schwer zu überwachen sind. Somit bietet die Fernerhebung von Daten für diese Branche erhebliche Vorteile. Die Technologie könnte beispielsweise eingesetzt werden, um Bewässerungssysteme zur optimalen Tageszeit einzuschalten oder Vieh auf den Flächen weiden zu lassen, die das nahrhafteste Futter bieten. Aufgrund der verbesserten Effizienz wird es in der Folge möglich sein, mehr Lebensmittel und diese in besserer Qualität zu erzeugen.

Um diese deutlichen Verbesserungen zur Alltagsrealität werden zu lassen, muss 5G jedoch zunächst (auch) in ländlichen Gebieten installiert werden.

 

Weiterführende Links

Lesen Sie an anderer Stelle außerdem, wie 5G den Alltag zu verbessern hilft.

Desweiteren erfahren Sie bei uns, welche Auswirkungen fahrerlose Mobilität auf die Versicherungs- und Haftungsfrage hat.

 

Warum Automatisierung so wichtig ist

Prognosen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen zufolge müssen, um die rapide wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, bis 2050 auf der Erde etwa 70 % mehr Lebensmittel angebaut werden als 2009. „Um dieser Nachfrage entgegenzutreten, müssen Landwirte neue Technologien einsetzen, die auf weniger Landfläche und mit weniger Arbeitskräften mehr Lebensmittel erzeugen“, so ein Bericht der Organisation. Dank der fortschreitenden Automatisierung scheint dieses Ziel nun in greifbare Nähe zu rücken.

Mit einem anderen 5G-RuralFirst-Projekt wurde 2017 weltweit erstmals Getreide angepflanzt, gepflegt und geerntet, ohne dass ein Mensch je das entsprechende Feld betrat. Das Saatgut wurde durch autonome Traktoren ausgesät und von mit Sensoren ausgestatteten Drohnen überwacht. Kleinere Maschinen entnahmen anschließend Proben und bewerteten, welche Dünge- und Pflanzenschutzmittel wo angewandt werden sollten.

Das Projekt trägt den Namen Hands-Free Hectare und brachte nach 2017 auch im Jahr 2018 eine erfolgreiche Ernte hervor. Die 5G-Technologie wird und wurde dabei sogar zusätzlich noch für eine präzisere und effizientere Schädlingsbekämpfung auf dem Feld eingesetzt. „Das alles wird die Landwirtschaft nicht nur unterstützen, sondern für die Beteiligten auch sehr viel weniger anstrengend machen“, so Jonathan Gill, ein Forscher an der Harper Adams University in England, zu den vielfältigen Innovationen.

 

 

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