FinTechs auf dem Vormarsch: Diese Finanztechnologie-Start-ups sollten Sie kennen

Digitale Vorreiter

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Datum 21.01.2021
Lesezeit 4 Min.

FinTechs auf dem Vormarsch: Diese Finanztechnologie-Start-ups sollten Sie kennen

Immer mehr FinTechs versuchen, die Welt der Banken und Finanzdienstleistungen zu digitalisieren. In den vergangenen Jahren haben sich auch in Deutschland eine Reihe von FinTech-Startups etabliert, nahezu jeden Monat werden neue gegründet. Wir stellen Ihnen vier FinTechs vor, die die Branche mit ihren innovativen Ideen aufgemischt haben.


FinTech ist die Abkürzung für Finanztechnologie. Wenn von FinTechs die Rede ist, sind damit Unternehmen gemeint, die die Branche durch den Einsatz moderner Technologien verändern. Dabei handelt es sich oft um Startups. Es können aber auch etablierte Unternehmen sein, die mit innovativen Ideen neue Finanzprodukte oder -dienstleistungen auf den Markt bringen.

Etwa um 2010 herum begannen die ersten traditionellen Banken, mit FinTech-Startups zu kooperieren. Diese verfolgten in den meisten Fällen einen B2B-Ansatz und boten Banken und Versicherungen ihre Produkte und Dienstleistungen an. Doch in der aktuellen Phase der Fintech-Evolution streben immer mehr dieser Unternehmen nach Unabhängigkeit.

Diverse Angebote beschäftigen sich heute mit Online-Banking im Allgemeinen oder mit digitalem Investment, andere haben sich auf Versicherungsleistungen, alternative Finanzierungs- oder Bezahlmodelle oder Services rund um die Zahlungsabwicklung spezialisiert.

Auch in Deutschland haben sich bereits zahlreiche FinTechs einen Namen gemacht. Wir stellen Ihnen vier Unternehmen vor, die nicht nur neue Entwicklungen in der Finanzbranche ausgelöst haben, sondern auch deren Transformation nachhaltig vorantreiben.




Video: YouTube / Gemeinsam digital

N26: Online-Banking via Smartphone

Die Direktbank N26 hat sich zum Ziel gesetzt, die erste weltweit digitale Bank aufzubauen. Im Kern geht es um flexibles und transparentes Banking. Im Mittelpunkt steht die N26-App, denn das Online-Banking ist auf die Finanzverwaltung per Smartphone ausgelegt. Vor allem die weltweit gebührenfreien Kartenzahlungen, aber auch Funktionen wie Echtzeit-Benachrichtigungen, die Klassifizierung von Ausgabenkategorien oder Unterkonten für die gemeinsame Ausgabenverwaltung haben zum Erfolg des Startups beigetragen. Und auch das kostenlose Girokonto ist bei Banken heutzutage längst nicht mehr selbstverständlich. Für Firmen bietet N26 vier verschiedene Geschäftskontentypen an, darunter ein kostenloses.

N26 wurde im Jahr 2013 gegründet. 2020 arbeiten mehr als 1.500 Mitarbeiter in diversen Standorten auf der ganzen Welt, die Direktbank hat mehr als fünf Millionen Kunden. Nach einer Auswertung der US-Analyseplattform CB Insights liegt N26 mit 783 Millionen US-Dollar eingesammeltem Kapital unter den 250 vielversprechendsten FinTechs weltweit auf Rang 14.

 

Online-Banking per Smartphone

Eine Mehrheit der Online-Banking-Nutzer verwendet dafür eine App auf dem Smartphone oder Tablet.

Friendsurance: Gemeinsam versichern

Das Insurtech-Unternehmen Friendsurance ermöglicht es, sich mit Freunden oder anderen Versicherungskunden zusammenzuschließen und auf diese Weise Geld zu sparen. Konkret bietet der unabhängige Versicherungsmakler ein Versicherungsmodell an, das kleine Gruppen zusammenschließt und Schadensfreiheit innerhalb dieser Gruppen mit einem jährlichen Bonus belohnt – in den Bereichen Hausrat, Privat-Haftpflicht, Rechtsschutz sowie Kfz. Dabei müssen Sie keine Einschränkungen bei den Versicherungsleistungen hinnehmen. 

Mit der Friendsurance-App lassen sich Vertragsdetails jederzeit vom Smartphone aus einsehen. Für Kunden ist das Angebot kostenlos, das Unternehmen finanziert sich durch Provisionen der Versicherungsunternehmen.

Zusätzlich zu seinem B2C-Geschäft betreibt das Unternehmen seit 2017 die Digitalisierung von Versicherungsgeschäften für Banken und Versicherer sowie deren Kunden als B2B2C-Business. 

Friendsurance wurde bereits 2010 in Berlin gegründet. 2020 erhielt es im Rahmen eines Unternehmenskredits 1,5 Millionen Euro Wachstumskapital von der Frankfurter Finanzierungsplattform Creditshelf.

 

Raisin GmbH: WeltSparen als Plattform für die Geldanlage

Die Raisin GmbH betreibt in Deutschland die Geldanlage-Plattform WeltSparen für Privat- und Geschäftskunden. Die Idee dahinter: Die Plattform führt Geldanleger, die attraktive Zinsen für Fest- und Tagesgeldkonten suchen, mit Banken zusammen, die im Einlagengeschäft keinen direkten Kundenzugang haben oder im europäischen Ausland sitzen. Unter dem Namen „Raisin Invest“ bietet das FinTech auch eigene ETF-Portfolios an, zudem gehören Altersvorsorgeprodukte zum Portfolio. Mit diesem Geschäftsmodell hat die WeltSparen seit Ende 2013 bereits mehr als mehr als 315.000 Anleger erreicht, die rund 30 Milliarden Euro investiert haben.

Geschäftskunden können Fest- und Tagesgelder in mehr als 30 Produkten von rund zehn Partnerbanken anlegen. Alle Einlagen lassen sich online zentral verwalten. Dank der EU-Richtlinien unterliegen die Investitionen einer europaweiten Einlagensicherung bis zu einem Gegenwert von 100.000 EUR inklusive Zinserträge. 

 

Smava: Kreditvermittler für Privat- und Geschäftskunden

Das FinTech smava mit Sitz in Berlin hat sich zu einem der führenden Kreditvergleichsportale in Deutschland entwickelt. Nach kurzer Eingabe des Verwendungszwecks, der Kredithöhe sowie der Laufzeit erhalten Sie Kreditangebote von mehr als 20 Banken. Sollte das günstigste über smava verfügbare Kreditangebot teurer sein als das einer Bank, unterbietet das FinTech dieses Angebot durch eine Einmalzahlung. Für Unternehmer und Selbstständige vermittelt das FinTech auch Geschäftskredite, um beispielsweise die Produktlinie auszubauen oder eine Unternehmensgründung erst zu ermöglichen. Voraussetzung ist natürlich eine hinreichende Bonität des Kreditnehmers.

Bereits 2007 ist smava als erstes deutsches FinTech gestartet und hält sich bis heute erfolgreich auf dem Markt. Allein 2010 vermittelte das Unternehmen Kredite in Höhe von etwa 2,7 Milliarden Euro, insgesamt rund 8 Milliarden Euro.

 

Haben Sie bereits Erfahrungen mit FinTechs gemacht? Welche Innovationen vermissen Sie noch im Finanzsektor? Wir sind gespannt auf Ihren Kommentar.

 

 


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