Interviewpartner Philipp Cvachovec
© PR LifeFit Group / Vodafone
Auf ein Wort

Fit für die Digitalisierung

Fitnessstudios gehören zu den prominenten Opfern der aktuellen Krise – Branchenprimus Life Fit will sich davon nicht einschüchtern lassen. Ein Gespräch mit Philipp Cvachovec, Head of IT und BI, über Herausforderungen und Chancen in Zeiten von Corona.

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Philipp Cvachovec studierte in Darmstadt Wirtschaftsinformatik und sammelte u.a. 6 Jahre Berufserfahrung in der Unternehmensberatung in den Bereichen Business Intelligence & Business Performance Management. Heute leitet er das IT- und BI-Team der Life Fit Group.

Mit über 85 Studios und 275.000 Mitgliedern gehört die Life Fit Group zu den festen Größen der deutschen Fitnessbranche. Bekannteste Marke der Gruppe ist der Filialist Fitness First, der wie seine Mitbewerber hart von den coronabedingten Schließungen getroffen wurde. 

Gleichzeitig nutzte das Unternehmen vorhandenes Wissen und bestehende Infrastrukturen geschickt, um sein gesamtes Kursangebot auf Onlineplattformen zu verlagern. Wir haben mit Philipp Cvachovec über die Digitalisierung der Fitnesswelt und die Aussichten für einen Neustart gesprochen. 

Philipp, die Fitnessbranche ist stark von der Coronakrise betroffen. Wie hat die Life Fit Group darauf reagiert?

Die erste Reaktion bestand darin, den Fokus auf unsere Community zu verstärken. Normalerweise bildet sich diese in den Studios und rund um die Marken der Life Fit Group, insbesondere Fitness First. Das wollten wir über digitale Plattformen stärker bündeln und konzentrieren, zum Beispiel über unsere Social-Media-Kanäle, aber auch unsere Webseite. Hier haben wir unser Angebot erweitert: Zum einen durch Home-Workouts, mit denen wir nicht nur die bestehende Community, sondern alle ansprechen, die Teil davon werden wollen. Außerdem haben wir unser Fitnesskursprogramm, das vorher nur im Rahmen einer Mitgliedschaft in den Studios zur Verfügung stand, nun online verlagert und für alle frei zugänglich gemacht. Diese Online-Fitnesskurse finden als Livestream statt und sind auch bestens für Nutzer geeignet, die trotz Home Office nach wie vor wenig Zeit für Sport haben. Ein weiteres Angebot, an dem wir arbeiten, ist die Digitalisierung personalisierter Trainingssessions, also geführtes Lernen und Sport treiben für Nutzer, die mehr Antrieb und Motivation suchen, um sich zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Die Fitnessbranche war ja auch vor der Krise schon im Begriff, deutlich digitaler zu werden. Inwiefern hat euch das geholfen, in dieser Situation anpassungsfähiger zu sein?

Das Gute war tatsächlich, dass wir nicht bei null anfangen mussten, sondern auf dem aufbauen konnten, was bereits vor der Krise umgesetzt worden war. Sei es eben durch appgestütztes Training oder auch über Videos und Online-Trainingsmöglichkeiten. So waren wir mit einigen Prozessen, wie zum Beispiel der Produktion von Videos oder dem Aufbau einer digitalen Plattform, bereits vertraut. Das ist natürlich ein Vorteil gegenüber Branchen und Unternehmen, die bisher mit der Digitalisierung noch gar nicht angefangen hatten und jetzt unter schwierigen Umständen gezwungen sind, sich damit auseinanderzusetzen. 

Welche technischen Herausforderungen gab es bei der Digitalisierung eures Angebots? Wie habt ihr diese bewältigt? 

In vielen Bereichen mussten wir schnell nach neuen Lösungen suchen. Dabei hat uns geholfen, dass wir als Filialunternehmen sehr dezentral aufgestellt sind und somit schon vor der jetzigen Krise eine entsprechende technische Infrastruktur aufbauen mussten, was wir mittels MPLS-Technologie von Vodafone getan haben. Die Cisco-Telefonanlage von Vodafone hat uns darüber hinaus eine sehr gute Flexibilität gegeben, wodurch wir unsere Call-Flows und Hotline-Prozesse von der Zentrale ins Home Office umleiten konnten. 

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Apps, Online-Kurse, Social Media: Die Digitalisierung der Fitnessbranche war bereits vor der Corona-Krise voll im Gange.

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Apps, Online-Kurse, Social Media: Die Digitalisierung der Fitnessbranche war bereits vor der Corona-Krise voll im Gange.

Fitness
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„Die erste Reaktion bestand darin, den Fokus auf unsere Community zu verstärken.“

Abgerundet wurde das Ganze durch One Net Enterprise, wodurch wir die Brücke zwischen Festnetz und Mobiltelefonie schlagen und somit die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umstellung unserer Geschäfte aufs Home Office schaffen konnten. Das Unified Communications Prinzip, also die mühelose Integration mehrerer Geräte und Plattformen, war hier ausschlaggebend. Für eine schnelle Anpassung an die drastischen Veränderungen um uns herum hat schließlich auch die Flexibilität der Vodafone-Verträge gesorgt, zum Beispiel die Drei-Monats-Pakete im Mobilfunknetz. 

Welche Technologie nutzt ihr für eure Videostreamings? Gab es hier auch besondere Hürden, die ihr bewältigen musstet?

In der Tat, und leider nicht ganz untypisch für Deutschland, war die Netzkapazität ein wichtiges Thema. Es macht dann doch einen Unterschied, ob man ein paar kurze Videos pro Tag per Social Media streamt oder sein gesamtes Kursangebot an Tausende von Zuschauern gleichzeitig bringen will. Auch hier konnten wir dank Vodafone mit dem 5G GigaCube eine sehr mobile Lösung finden, die es uns ermöglicht, von überall zu streamen – und das viel professioneller als mit einem Handy-Hotspot oder Ähnlichem. So können wir ein mobiles Produktionsstudio quer über Deutschland betreiben, und das in der hochwertigen Qualität und mit den entsprechenden Bandbreiten, die für unsere Bedürfnisse notwendig sind.

Mast
© Vodafone

Sorgt für leistungsfähige Netze dank 5G: Der Vodafone GigaCube.

Mast
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Sorgt für leistungsfähige Netze dank 5G: Der Vodafone GigaCube.

Vodafone GigaCube
© Vodafone
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„Als Unternehmen, egal welcher Größe, muss man stets flexibel bleiben, um sich auf Neues einzustellen.“

Nutzt ihr diese Zeit auch für andere Projekte, für die ihr sonst weniger Ressourcen habt? 

Die Zeit, die wir aktuell in den Clubs gewonnen haben, versuchen wir natürlich zu nutzen, um bauliche Korrekturen oder Verbesserungen vorzunehmen. Einerseits ist es nicht so, dass wir vorher nichts gemacht hätten: Wir hatten permanent Projekte, die das Aussehen und Angebot unserer Clubs stetig verbessert haben. Andererseits sind diese jetzt deutlich stärker fokussiert und nach vorne gesetzt – unter anderem ein sehr cooles Lounge-Konzept, worauf sich die Mitglieder freuen können, wenn die Clubs wieder öffnen. Und natürlich passiert auch hinter den Kulissen sehr viel, zum Beispiel mit technischen Updates und der Aktualisierung wichtiger Systeme. 

Was ist dein wichtigstes Learning aus diesen Wochen?

Dass man als Unternehmen, egal welcher Größe, stets flexibel bleiben muss, um sich auf Neues einzustellen. Und dass jede Krise auch Chancen bereithält, sich in gewissen Bereichen schneller zu entwickeln. Diese Möglichkeitsräume gilt es zu nutzen, denn sie sind extrem selten.

 

Erfahren Sie alle Details zur Zusammenarbeit von Vodafone und der Life Fit Group: