Offener Zugang zur digitalen Welt

So selbstverständlich uns die Nutzung von Handy und Internet heute erscheint, so leicht wird dabei vergessen, dass viele Menschen über keinen oder nur einen unzureichenden Zugang zu modernen Kommunikationsmitteln verfügen. Diese "digitale Spaltung" der Bevölkerung betrifft vor allem Entwicklungsländer, ist aber auch in Europa anzutreffen.

Schneller Internetzugang
Das Recht auf einen Telefonzugang ist in Deutschland zwar gesetzlich verankert, bezieht sich aber nur auf einen herkömmlichen Analoganschluss. Mittelständischen Unternehmen, die in der Regel auf einen schnellen Datenaustausch angewiesen sind, entsteht in ländlichen Gebieten ohne Breitbandanschluss ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Junge Menschen, für die der soziale Austausch über das Internet oft wichtig ist, werden hier dieser Möglichkeit beraubt.

Wir sind derzeit an verschiedenen Pilotprojekten zum Anschluss ländlicher Gemeinden an das DSL-Netz beteiligt. Beispielsweise sammeln wir seit November 2008 in der Gemeinde Ballstädt in Thüringen Erfahrungen, ob sich die VDSL2-Technik eignet, bisher abgeschnittene Gebiete an bestehende Leitungsnetze anzubinden. Hierzu wurden im Ort über eine Distanz von rund 1,3 Kilometern Lichtwellenleiter zu unserem nächsten Leitungsknotenpunkt gelegt.

Besonders vielversprechend erscheint uns das Potenzial der sogenannten digitalen Dividende: Ziel ist es, die durch die Digitalisierung des Fernsehrundfunks (DVB-T) frei gewordenen Funkfrequenzen zu nutzen, um in ländlichen Gebieten breitbandiges Internet via Mobilfunk bereitzustellen. Da die Frequenzen im langwelligen Teil des elektromagnetischen Spektrums liegen, lässt sich mit wenigen Basisstationen eine große Fläche abdecken. Gegenüber der Bundesregierung haben wir unsere Bereitschaft bekundet, in mobile Breitband-Technologie der vierten Generation zu investieren. Im Juni 2009 haben wir zusammen mit der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) das erste Modellprojekt in Baden-Württemberg zur Verbreitung von Funkinternet über Rundfunkfrequenzen gestartet. Bis Mai 2010 nutzen 100 Testhaushalte in Bopfingen und Unterschneidheim einen schnellen Internetzugang mit bis zu 7 MBit/s via Funktechnologie. Untersucht werden in den nächsten zwölf Monaten die technische Reichweite, aber auch potenzielle Beeinträchtigungen bei der Verbreitung von DVB-T und Kabelfernsehen.

Barrierefreie Angebote
Ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen benötigen spezielle Produkte, die ihnen den Zugang zu moderner Kommunikation ermöglichen oder erleichtern. Diese zur Verfügung zu stellen, sehen wir als eine zentrale Herausforderung. Mit Vodafone Simply haben wir bereits seit einigen Jahren ein leicht zu bedienendes Handy mit gut lesbarem Farbdisplay im Angebot. Es richtet sich an Kunden, die mit ihrem Gerät ausschließlich telefonieren wollen und kein Inter esse an Zusatzfunktionen haben.

Seit 2006 bieten wir mit PocketWeb ein mobiles Gerät an, das besonders für gehörlose Menschen geeignet ist. PocketWeb bietet weniger Funktionalitäten als ein Blackberry, dafür lassen sich für zehn Euro monatlich von unterwegs aus E-Mails und SMS versenden und empfangen; der mobile Internetzugang ermöglicht die Nutzung von Chats. Im Juli 2009 haben wir einen Rahmenvertrag mit dem Deutschen Gehörlosen-Bund abgeschlossen. Ziel der Vereinbarung ist es, Gebärdensprache über Videotelefonie mit dem Handy zu übertragen. Hierdurch entstehen für gehörlose Handynutzer über die Möglichkeiten des Versendens von SMS und E-Mail hinaus ganz neue Möglichkeiten der mobilen Kommunikation.

Unser Ziel ist es, bis März 2010 eine zusätzliche Anwendung für sehbehinderte, schwerhörige oder ältere Kunden mit speziellen medizinischen Bedürfnissen anzubieten. Eine kleine Hilfe für sehbehinderte Menschen bietet bereits jetzt der SMS-to-Speech-Service, mit dem sich Textnachrichten an jede Festnetznummer in Deutschland verschicken lassen. Diese werden von einer Computerstimme vorgelesen und ermöglichen somit auch blinden Menschen den Empfang von Kurznachrichten.