20.06.2012
Premiere
Düsseldorf, Juni 2012. Günter Brandt hat Mobilfunkgeschichte geschrieben. Der Personalberater war der erste Kunde im D2-Netz in Deutschland. Denn der Bochumer hat vor 20 Jahren als erster einen D2-Mobilfunkvertrag unterzeichnet. Auf der Hightech-Messe CeBIT erhielt er im März 1992 seine SIM-Karte. Und das, obwohl das D2 Netz noch nicht offiziell eröffnet war und es eigentlich gar keine Mobiltelefone in Deutschland gab.
Günter Brand hatte aber bereits ein Handy - genauer ein Telefon mit D-Netz-Technik. Er hatte das Gerät im Ausland direkt bei Nokia eingekauft, da für Handys in der Bundesrepublik seinerzeit noch die Zulassung fehlte. 2.800 DM hatte Brandt für seinen mobilen Begleiter bezahlt. Ein sensationell niedriger Preis, kosteten doch die sperrigen Autotelefone für das Vorläufernetz, das damalige analoge C-Funknetz der Bundespost, noch rund 10.000 DM. Dennoch: Für das neuartige Mobiltelefon musste man im Vergleich eines jetzt aktuellen Smartphones eine stolze Kaufsumme hinblättern. Für Günter Brandt hatte Erreichbarkeit oberste Priorität. Als Headhunter musste der heute 64-Jährige auf seinen Reisen durch die ganze Republik mobil ansprechbar sein.
Doch was tun, wenn zwar das Gerät für den neuartigen Mobilfunk vorhanden ist, aber eine Netzkarte fehlt? Günter Brandt wusste einen Ausweg. Über seine Kontakte zu Mannesmann sprach er auf der Messe CeBIT den damaligen Vertriebschef und späteren Unternehmenslenker Jürgen von Kuczkowski an. "Ich sagte ihm, dass mich mein großer C-Netz-Telefonapparat im Kofferraum stört. Daraufhin bot er mir spontan einen Vertrag für eine damals ganz neue Technik an", erinnert sich Brandt.
Das neue Telefon hatte Brandt mit der Karte nun komplettiert: Jetzt erlebte er den kommenden Mobilfunkalltag hautnah. Unzählige Male informierte er die Polizei sofort über Unfälle und spielende Kinder auf den Autobahnen und rief so schnelle Hilfe herbei. Auch ermöglichte er bei Autobahn-Vollsperrungen anderen "Stauopfern", die damals noch kein Handy hatten, wichtige Telefonate. Etliche wichtige Geschäfte wurden so über sein Handy gesichert und Liebesbeziehungen gerettet. "Es war eine Attraktion und große Hilfe, ein Autotelefon benutzen zu können", sagt Brandt. Übrigens: Bis heute hat Günter Brand seine Rufnummer und seinen Anbieter nicht gewechselt.
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