Handyviren
Im Vergleich zu Computerviren gibt es bislang nur sehr wenige Schädlinge, die es auf Mobiltelefone abgesehen haben, obwohl Handyviren nichts anderes als Computerviren sind. Handyviren breiten sich ähnlich aktiv aus und könnten Schaden anrichten. Aber eine Bedrohung durch Handyviren, wie in den Medien oft kommuniziert, wird auch in Fachkreisen eher als übertrieben angesehen. Trotzdem sollten auch Handynutzer die üblichen für PC geltenden Verhaltensregeln berücksichtigen, um sich und ihr Mobiltelefon zu schützen.
Was ist ein MMS Handyvirus?
Seit Anfang März 2005 berichtet die Firma F-Secure von einem Handyvirus namens "CommWarrior". Der verbreitet sich nach Angaben des Unternehmens über Netzbetreiber- und Ländergrenzen hinweg in Multimedia-Nachrichten (MMS) und im direkten Umfeld des Handys per Bluetooth.
CommWarrior kann Handys mit einem Symbian OS Serie 60 Betriebssystem (z.B. Nokia 3650, 6600, 6630, 7650, Siemens SX1) befallen.
Sobald CommWarrior über MMS ankommt, sieht der Benutzer eine Nachricht mit Text und Anhang. Dabei nutzt der Virus bis zu 20 verschiedene Meldungstexte wie z. B. fingierte Software Updates, um den Empfänger zu täuschen. Die Installation erfolgt nicht automatisch, sondern muss vom Benutzer aktiv bestätigt werden. Wird eine Datei, die mit CommWarrior infiziert ist, per Bluetooth übertragen, so muss auch hier eine Bestätigung durch den Benutzer stattfinden.
Ist der Virus aktiviert, verbreitet er sich:
- selbstständig als MMS an die im Adressbuch des Handys eingetragenen Kontakte nur in der Zeit von 0:00 bis 6:59, auf Grundlage der internen Uhrzeit des Handys. Voraussetzung: Das Handy muss eingebucht sein.
- über offene Bluetooth-Verbindungen in der direkten Umgebung. Voraussetzung: Bei beiden Handys ist Bluetooth aktiv und sichtbar.
Mögliche Meldungstexte von CommWarrior:
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Wie schützt man das Handy?
Handynutzer sollten im Umgang mit ihrem Mobiltelefon die bei PC-Schädlingen in den vergangenen Jahren bereits gelernten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.
- Auf dem Handy keine Software unbekannter Herkunft installieren, die Handynutzer per MMS, Bluetooth, WAP oder während der Synchronisation mit dem PC erhalten haben.
- Da sich Viren per MMS an die Kontakte im Adressbuch eines betroffenen Handys versenden, sind auch Applikationen von scheinbar sicheren Absendern wie "Freunde", "Bekannte" und "Geschäftspartner" nicht zwangsläufig sicher - ähnlich den E-Mail Viren im Internet.
- Einfach mit "Nein" antworten, wenn die Installationssoftware fragt, ob das Programm installiert werden soll. So wird die Installation des Programms verhindert. Ist das Programm per MMS übertragen worden, sollte die Meldung sofort gelöscht werden.
- Bei der Nutzung von Bluetooth sollen die Einstellungen im Handy sorgfältig überprüft werden. Grundsätzlich ist bei allen Vodafone-Handys beim Verkauf Bluetooth zunächst deaktiviert. Gleichzeitig ist der hidden-Modus voreingestellt, d.h., dass das Handy bei eingeschaltetem Bluetooth dennoch nicht für alle sichtbar ist. Der Empfang des Virus per Bluetooth kann so einfach verhindert werden.
- Infizierte Handys können durch einen Masterreset vom Handynutzer selbst desinfiziert werden. Die betroffenen Handys beim CommWarrior Virus werden beispielsweise auf die Werkseinstellung zurückgesetzt. Dieses geht im Allgemeinen mit der Tastenkombination *#7370# und dem Passwort 12345, solange das Standardpasswort nicht geändert worden ist. Wichtiger Hinweis für den Masterreset: Durch den Masterreset werden ALLE Daten gelöscht (Adressbuch, Kalendereinträge, herunter geladene Spiele, Klingeltöne, usw.).
- Auch bei Mobiltelefonen besteht die Möglichkeit, das Gerät durch eine Virenschutzsoftware vor dem Befall von Handyviren zu schützen. Anbieter von Virenschutzsoftware für Handys sind beispielsweise F-Secure, Symantec und TrendMicro. Beim CommWarrior Virus kann eine solche Software dabei helfen, das Handy wieder vom Virus zu befreien. Es gibt sogar kostenlose Tools zum Entfernen eines solchen Virus bei F-Secure.
Virenschutzsoftware für Ihr Handy: