Elektronische Geldbörse auf dem Vormarsch

Die Dominanz des Bargeldes und der EC-Karten beginnt auch in Deutschland zu bröckeln: Mehr als die Hälfte der deutschen Verbraucher findet kontaktloses Bezahlen Studien zufolge praktisch und attraktiv. Das Smartphone könnte - wie in Japan oder Südkorea bereits erprobt - schon bald auch bei uns die komplette Geldbörse ersetzen. Mit Partnern tüfteln wir an einer Zukunft, in der in Geschäften oder der Kantine Bezahlen möglich wird, ohne das unhandliche Portemonnaie zu zücken.

Die Technologie: Nearfield Communication
Bahntickets per Handy zu kaufen und zu speichern ist schon heute Realität - das damals innovative System "Touch & Travel" hat Vodafone maßgeblich mitentwickelt. In weiteren Schritten könnten wir uns vorstellen, dass zum Beispiel auch Krankenkassenkarten ins Smartphone integriert werden als eine Art elektronisch-mobile Gesundheitskarte. Die Technik hinter dem so genannten "Mobile Payment": Nahfeldkommunikation, kurz NFC. Dabei werden zwei Geräte nahe aneinandergehalten, dadurch verbinden sie sich kurzzeitig ohne besondere Anmeldung, um Daten auszutauschen. Da eine Kommunikation zwischen Smartphone und dem Kassengerät nur möglich ist, wenn der Abstand nicht mehr als zwei bis fünf Zentimeter beträgt, reduziert sich die Gefahr eines Missbrauchs massiv.

Die Herausforderung: Sicheres Identity Management
Auch deshalb befindet sich NFC auf dem Vormarsch, in viele neue Smartphones integrieren Handyhersteller die Technik zur Nahfeldkommunikation bereits. Ebenso sind übrigens die neuen Personalausweise der Bundesrepublik Deutschland NFC-kompatibel. Und auch in unserem Vodafone Innovation Park ist Identity-Management eines der Zukunftsthemen. Um mobiles Bezahlen über einen Chip im Handy zu ermöglichen, sind jedoch mindestens drei Beteiligte nötig: Der Handyhersteller, Netzbetreiber wie Vodafone und der jeweilige Dienstleister, zum Beispiel ein Finanzinstitut. Im Innovation Park von Vodafone sehen wir es als unsere Aufgabe, die verschiedenen Komponenten auf Tauglichkeit und Kompatibilität zu überprüfen.

Vorreiter: Vodafone-Entwicklungen im Nahverkehr
Dabei können wir auf Erfahrung aufbauen, denn: In Deutschland war Vodafone in Kooperation mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und Nokia Vordenker in Sachen Ticketing. Für uns stellte sich dabei die zentrale Frage: Welche Anforderungen müssen Handys und Chipkarten erfüllen, damit das System funktioniert? Auf dem deutschen Markt sollte Vodafone als erster Netzbetreiber diese Technik realisieren. Im früheren Test- & Innovation Center durchlief das System verschiedene Tests, ein zehnmonatiger Feldversuch folgte - und seit April 2006 können Fahrkarten für das Busnetz in Frankfurt, basierend auf der NFC-Technik, elektronisch bezahlt, gespeichert und entwertet werden.

Bereits wenig später begann unsere Kooperation mit der Deutschen Bahn: In Versuchsbetrieben wurde "Touch & Travel" zunächst getestet, dann als Pilotprojekt auf bestimmte Strecken ausgeweitet. Seit November 2011 gibt es an sämtlichen Fernbahnhöfen der Deutschen Bahn Touchpoints mit der Nahfunktechnik NFC. Diese Entwicklung konnten wir maßgeblich prägen: Mit "Touch & Travel" sind wir in Deutschland vorausgelaufen, inzwischen zieht die Industrie sichtbar nach. Jetzt arbeiten wir mit unseren Partnern an einer Zukunft, in der die komplette Geldbörse elektronisch wird.